Stadtbezirk 310 Westliches Ringgebiet

Braunschweigs Wilder Westen

Das Westliche Ringgebiet erstreckt sich vom Eichtal bis hin zum Stadtteil Gartenstadt. Im Osten wird es von der Oker und im Westen von der Stadtautobahn begrenzt. Wie kaum ein anderer Stadtbezirk von Braunschweig wurde das Westliche Ringgebiet durch die in der Mitte des 19. Jahrhunderts einsetzende Industrialisierung geprägt.

Große Betriebe wie die „Braunschweigische Maschinenbauanstalt“ (BMA), die Zuckerraffinerie Braunschweig, die Chininfabrik Hermann Buchler, die Wilke-Werke, die

Jutespinnerei im Eichtal und die Luther-Werke an der Frankfurter Straße beschäftigten tausende Arbeiter:innen. Durch die zahlreichen Arbeitsplätze entstanden im Quartier ganze Wohnviertel für die Beschäftigten dieser Werke. In den 1970er Jahren gingen viele dieser Werke in Konkurs und es kam zu Werkschließungen und Massenentlassungen. 

Dadurch wurden viele preiswerte Wohnungen frei, die häufig von Menschen mit Migrationshintergrund und subkulturellen Jugendlichen neu bezogen wurden. So entstand das multikulturelle und offene „WRG“ (jugendlicher Neusprech), wie wir es heute noch kennen. Mit fast 36.000 Menschen ist das westliche Ringgebiet der einwohnerstärkste Stadtbezirk Braunschweigs.

Seit dem 1. November 2021 bilden die Bezirksratsmitglieder Ursula Weisser-Roelle (DIE LINKE.), Michael Winter (BIBS) und Michaline Saxel (Die PARTEI) die gemeinsame Fraktion DIE LINKE., BIBS, Die PARTEI im Bezirksrat Westliches Ringgebiet. Fraktionsvorsitzende ist Ursula Weisser-Roelle. Sie vertritt die Fraktion auch im Sanierungsbeirat.

Ursula e1641906048503 Die FRAKTION.

Ursula Weisser-Roelle (DIE LINKE.)

(Gruppenvorsitende, Vertreterin im Sanierungsbeirat)

Mein wichtigstes Ziel im Stadtbezirksrat ist, die Probleme in den sozialen Brennpunkten des westlichen Ringgebietes durch eine kluge Vor-Ort-Politik zu entschärfen. Bezirksratspolitik muss auch immer konkret und dicht am Menschen sein. Ich lebe gern hier im westlichen Ringgebiet, weil es ein bunter und vielfältiger Stadtteil ist, der eine über hundertjährige proletarische Kultur- und Industriegeschichte hat.

Michaline Saxel Die FRAKTION.

Michaline E. Saxel (Die PARTEI)

Mit „WRG muss schmutzig bleiben!“ bin ich angetreten und das werde ich nun auch mit aller Härte durchsetzen. Ich stehe für Kultur und Irgendwas mit Medien, dabei möchte ich weiter im Kiez leben, den ich schon seit etlichen Jahren bewohne. Außerdem ist für mich wichtig, dass dieses Viertel, mein Viertel bleibt. Gentrifizierung, Faschos, Schnösel und Macker sollen doch bitte zurück nach Hannover oder Wolfsburg. Ich möchte ein Kultviertel aus dem Kult erwachsen und nicht aus der Eventagentur. Prost*